New Works 2016

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Nightvision of: Die Sixtinische Madonna

 

 

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Vertikaler Erdmillimeter

 

 

Maison Carree

 

 

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Der Grosse Wald

 

 

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Haus der Kunst

 

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Berliner Bauakademie 2013

Die letzten Arbeiten von 2013 für das Ausstellungsprojekt Berliner Bauakademie im April 2013 auf dem Schinkelplatz 1 in Berlin gegenüber dem Schloss, es ist geplant dort im „Roten Saal“, dem innen liegenden Musterraum ca 20 Werke zu zeigen. Einige Bilder sind vorab hier schon zu sehen. Dieser Musterraum wird im Laufe des Jahres wahrscheinlich durch eine gigantische Baugrube ersetzt, um den Wiederaufbau der Bauakademie zu starten. Somit wird es eine der wenigen Ausstellungen an diesem Ort sein, wo das Mustergebäude seit nunmehr 8 Jahren auf den Wiederaufbau wartet. Zwischen den Gerüststangen des Planengebäudes wachsen schon Robinien, ein Spontanbewuchs der für Berlin typisch ist.

Möglich gemacht wird diese Ausstellung durch die Firma AF-Fix ADXXL Potsdam, welche auch den Planendruck übernimmt.

Die Arbeiten versuchen, ein wenig eine Brücke zwischen der Historie des Ortes, der transzendierten Präsenz Karl Friedrich Schinkels, und der heutigen, durch die letzten Umwälzungen ständig im Aufgeschobenen befindlichen Berlin-Architektur zu schaffen; denn die interessantesten Bilder von Berlin waren und sind ja nicht die fertigen Architekturen, sondern die Zwischenstadien; das im Werden befindliche.
Die Architektur des Zufälligen, Sinnfreien und Merkwürdigen ist gerade das, was diese Stadt anziehend macht. Es sei gewarnt: in dem Moment, wo die Stadt fertig ist, wird sie uninteressant.
Aber ausserhalb der Architektur geht es natürlich um die Zeitfrage und des weiteren um die Informationsfrage, ob die gealterte Oberfläche nicht die informationsreichere als die renovierte ist. So wird der Versuch gemacht, durch ein Grossplakat genau dieses Antagonistenpaar an einem Ort darzustellen, welcher in 20 Jahren möglicherweise zu aufgeräumt aussieht.

Information in einer vielgestaltigen Oberfläche ist genau genommen der höherstehende Zustand der Zivilisation, wenn man die Quantität der Information als Gradmesser einer hochstehenden Kultur begreift. Die Bibliothek von Athen hatte 64000 Bände, die British Library gewiss mehr; so könnte man als Analogie behaupten, die vielfarbigen Flächen eines alten Hauses in Rom Trastevere haben eine grössere Gesamtinformation als eine glattverputzte Fläche. Die Unordnung ist demnach nicht nur Unsortiertheit, sondern auch Vielschichtigkeit, was in der Unordnung eines Regenwaldes ersichtlich wird. Die Artenvielfalt ist im Regenwald am grössten, so ist auch die Gedankenvielfalt im Ungeordneten am grössten. Ein nicht zu hundert Prozent geplanter Bau, sondern eine natürlich gewachsene kleinteilige Struktur ist unter Umständen die zivilisatorisch komplexere.

Mit dem Manierismus eklektizistischer Formen wird ein Teilbereich der Postmoderne über den Punkt hinausgeführt, ein Nebeneinander von zitierten Stilen zu bilden. Ausgehend von der Definition der „Doppelkodierung“ als entscheidendes Charakteristikum postmoderner Bauten, in der durch eine Kombination aus historisierenden und modernen Formen, regionalen und internationalen Bezügen unterschiedliche Benutzerschichten angesprochen werden sollten, werden hier wieder theoretisch homogenere Idealbilder zitiert. Für J.-F. Lyotard, der das Thema 1979 philosophisch ausarbeitete (1982 dt. „Das postmoderne Wissen“), beschreibt Postmoderne einen geistigen Zustand der Gegenwart nach dem Scheitern der großen Utopien. Hier hingegen ist unausgesprochen eine ehemalige, scheinbar aus der Vormoderne kommende Utopie als Kulisse vorausgesetzt. Dieses Architekturcapriccio verweist somit auf die Gleichzeitigkeit bestimmter pseudohistorischer Ereignisse, die eine Hinterfragung ihrer stilistischen Herkunft darstellen, da sie Anachronismen beinhalten. Es gibt zeitliche Widersprüche in den Arbeiten, die auf eine Realität jenseits der Utopien hinweist, aber dennoch eine scheinbare Ideale Stadt als Ausgangspunkt nehmen.

Die Unbeantwortbarkeit der Frage nach der Kausalität bestimmter architektonischer Hinterlassenschaften mündet somit in die Forderung Adornos in der „Ästhetischen Theorie“, dass das Kunstwerk immer Rätsel produziert, die es nicht auflöst: „Die Unbestimmtheitszone zwischen dem Unerreichbaren und dem Realisierten macht ihr Rätsel aus.“

Die Vertauschung von Innen- und Außenraum, die Schaffung des Gefühls der Temperatur, die Isoliertheit der Darstellung durch das Fehlen aller beweglicher Dinge und die Antagonistenpaare homogene und heterogene Oberflächen, Ruhe der Architektur und Bewegung der Perspektive, Angst einflössende dunkle Ecken und belichtete Inseln der Ruhe, erzeugen einerseits einen starken perspektivischen Sog. Andererseits wird durch die eher in Grisaille gehaltene Einheitlichkeit eine Reduzierung
auf die Begriffspaare Fiktion und Realität, Erinnerung und Gegenwart sowie Leben und Tod erreicht.

Ein weiteres Thema der Arbeiten kommt aus der ästhetischen Raumtheorie, die sich ja nicht mehr nur mit Fassade und Innenraum beschäftigt, also dem reinen Außen und Innen der klassischen Architekturtheorie, sondern verstärkt mit der Wahrnehmung von Atmosphären. Zur Atmosphäre gehört eben auch die Positionierung im Stadtraum, das Licht, die Beziehung zu anderen Formen in der Umgebung, die durch Schatten und Spiegelungen in Fenstern angedeutet werden.
Die teilweise melancholischen, isolierten, bedrohlichen und manchmal auch romantischen Stimmungen oder Atmosphären knüpfen an die Ideen der Moderne an – mit der gleichzeitigen Forderung, ein Projekt der Symbiose der Zeitalter weiterzuführen.

Schinkelplatz1

KowloonWalledCity

Lawrence-Weischer-Avenue

Many coloured objects placed side by side

Dekonstruktion mit Kohaerenz

blackhole-90°

Ausstellungsprojekt 2014

Fotografien von Natascha Wilms 2005-2007
Künstlerische Bearbeitung Stefan Hoenerloh

Hinweis: Darstellung am besten Bildschirmfüllend

[Nachtrag 2017: durch 2maligen Verkauf der Webseite yesbo und blog.de stimmen alle Formatierungen nicht mehr, Bildschirmfüllen unmöglich, sorry]
Planung als Schaukasten/ Ausdruck
Kommentar: Vertauschung der Zeitparameter/ Verlassen der Determinierung
Allgemeine Texte siehe vorheriger Blog „Bilder 2012“

 

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Arbeiten 2012

Einige neue Ansätze von Arbeiten Stefan Hoenerlohs: (alle Werke 2011-13)

Was natürlich sein soll, muss zur Hälfte zerfallen sein. Dies erzeugt Resonanz im archaischen Gedächtnis.

Im Zerfall liegt Information verborgen. Die Informationsdichte (hohe Kultur) ist am höchsten in den Zwischenzuständen, denn das Neue ist informationsarm, aber handlungsfunktional, das Alte informationsreich aber handlungsdysfunktional. Im Überlappungsbereich des patinierten, aber dennoch der Entropie noch Widerstand leistenden Zustandes ist die Information am höchsten, ergo am Zivilisiertesten.

Die Informationszunahme oder Reduzierung durch Kleinstrukturen oder Nebel kanalisiert die Frage nach der Information. Zusätzlich verklammern die technischen Relikte menschlichen Tuns die Orte mit Menschen, ohne sie zu zeigen. Denn die Erscheinung des Menschen selbst ist irrelevant in einem Modell, welches sich über Jahrhunderte zieht.

Das Schaffen einer verlangsamten imaginären autonomen Kunstgeschichte ist der Verweis auf die Zeit, welche schneller vergeht als der Mensch begreifen kann. Sein Gehirn wächst langsamer als die Zivilisation und hinterlässt ihn in steigender Verwirrung, was wohl auch die Kunst nicht aufhalten kann, da sie alle Grenzerfahrungen beschritten hat und an Relevanz seit der Jahrtausendwende einbüsst. Der Satz von Bruce Naumann von 1967
„The true Artist helps the world by revealing mystic truths“ hätte heute wohl auch noch Berechtigung, wenn es denn noch Kunst gäbe, aber wie sagte Gary Hill in der Wirtschaftswoche vom 30.9.2007 : „Man sieht kaum mehr Kunst von Künstlern, sondern Strategie von Strategen”.

Nähern wir uns also der Strategie des Jahres 2018 an und versuchen einen Diskurs durch Anachronismen.

Sum over Histories, Nacht 446 b

Sum over Histories, Nacht 446 b
Diese Arbeit von 2011 bezieht sich auf die Nightvision-Bilder von Thomas Ruff (1991) mit einer Vertauschung von Ort und Handlung, damals direkt nach dem Irak-Krieg, allerdings hier mit fiktionaler Architektur, die somit in den Zusammenhang einer tatsächlichen Welt gerückt wird. Der ehemals komplett entrückte Ort wird somit in einen Anachronismus gezwängt der im stationären auch noch scheinbare Bewegung und Handlung simuliert.

Mysteries of Roden Crater

Mysteries of Roden Crater
Da es unzulässig ist, zur Beschreibung dieser Welt nur einen ausgewählten Bereich darzustellen, muss auch das störende integriert werden. Die mysteriösen Streifen sind sozusagen Teil der uns umgebenden Welt und Bewegungssymbol, aber der Titel stellt einen Bezug zur Lichtinstallation von James Turell her, was eine neuerliche Frage der Verortung aufwirft.

Nightshot of White Cube Gallery, Hackney

Nightshot of White Cube Gallery, Hackney, Novosibirsk
Mehrfache Irritation – Blick durch eine Null-Lux-Kamera, die eindeutig aus der jetzt-Zeit stammt, verknüpft mit einer Ansicht einer englischen Galerie, die so nicht zu finden ist. Der Wikipedia-Eintrag verweist auf 2 verschiedene White-Cube-galleries, und da Wikipedia als Teil der umgebenden Welt eine Realität prägt, muss auch dieser Hinweis als Einfluss auf kommende Generationen gleichgesetzt werden. (Sibirien-Projekt von Lukas Pusch)

DerBerghainNacht

Der Berghain nachts
In den meisten Teilen der Welt ist eine isolierte Betrachtung von Architektur gar nicht möglich, es existieren immer Aspekte der Zivilisation. Hier dargestellt durch Kondensstreifen als Bewegungsspuren von Lebewesen, die damit Ort und Zeit der Utopie mit der Realität verbinden. In der Wüste als störend am Himmel empfunden, sind sie im Meer der möglichen Geschlechtertürme eher beruhigend.

DoraMaarMitKatze

Dora Maar mit Katze
Neueres Bild von 2012, welches die Situation des Bildes „Les demoiselles d’Avignon“ zwar unbewohnt, aber beleuchtet zeigt, demnach ähnlicher Aspekt der Integration von Strom und Bewohnbarkeit. Beide Titel sind von Picasso ausgeliehen, welcher Dinge abstrahiert hat und sie von dieser Welt weggerückt. Hier hingegen werden im umgekehrte Sinne die von der Welt weggerückten Dinge so real wie möglich herangerückt. Dora Maar ist hier nicht zu sehen, da nur noch die Information in der heutigen Zeit übrig ist, nicht die Person. Tatsächlich weiss kaum ein Mensch über sie etwas, so wie die meisten Strassennamen auf Personen verweisen, welche weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Dieses Vergessen verlegt die dargestellte Situation dann in die Zukunft wenngleich die anachronistische Architektur verbleibt.