Ausstellungsprojekt 2014

Fotografien von Natascha Wilms 2005-2007
Künstlerische Bearbeitung Stefan Hoenerloh

Hinweis: Darstellung am besten Bildschirmfüllend

[Nachtrag 2017: durch 2maligen Verkauf der Webseite yesbo und blog.de stimmen alle Formatierungen nicht mehr, Bildschirmfüllen unmöglich, sorry]
Planung als Schaukasten/ Ausdruck
Kommentar: Vertauschung der Zeitparameter/ Verlassen der Determinierung
Allgemeine Texte siehe vorheriger Blog „Bilder 2012“

 

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Arbeiten 2012

Einige neue Ansätze von Arbeiten Stefan Hoenerlohs: (alle Werke 2011-13)

Was natürlich sein soll, muss zur Hälfte zerfallen sein. Dies erzeugt Resonanz im archaischen Gedächtnis.

Im Zerfall liegt Information verborgen. Die Informationsdichte (hohe Kultur) ist am höchsten in den Zwischenzuständen, denn das Neue ist informationsarm, aber handlungsfunktional, das Alte informationsreich aber handlungsdysfunktional. Im Überlappungsbereich des patinierten, aber dennoch der Entropie noch Widerstand leistenden Zustandes ist die Information am höchsten, ergo am Zivilisiertesten.

Die Informationszunahme oder Reduzierung durch Kleinstrukturen oder Nebel kanalisiert die Frage nach der Information. Zusätzlich verklammern die technischen Relikte menschlichen Tuns die Orte mit Menschen, ohne sie zu zeigen. Denn die Erscheinung des Menschen selbst ist irrelevant in einem Modell, welches sich über Jahrhunderte zieht.

Das Schaffen einer verlangsamten imaginären autonomen Kunstgeschichte ist der Verweis auf die Zeit, welche schneller vergeht als der Mensch begreifen kann. Sein Gehirn wächst langsamer als die Zivilisation und hinterlässt ihn in steigender Verwirrung, was wohl auch die Kunst nicht aufhalten kann, da sie alle Grenzerfahrungen beschritten hat und an Relevanz seit der Jahrtausendwende einbüsst. Der Satz von Bruce Naumann von 1967
„The true Artist helps the world by revealing mystic truths“ hätte heute wohl auch noch Berechtigung, wenn es denn noch Kunst gäbe, aber wie sagte Gary Hill in der Wirtschaftswoche vom 30.9.2007 : „Man sieht kaum mehr Kunst von Künstlern, sondern Strategie von Strategen”.

Nähern wir uns also der Strategie des Jahres 2018 an und versuchen einen Diskurs durch Anachronismen.

Sum over Histories, Nacht 446 b

Sum over Histories, Nacht 446 b
Diese Arbeit von 2011 bezieht sich auf die Nightvision-Bilder von Thomas Ruff (1991) mit einer Vertauschung von Ort und Handlung, damals direkt nach dem Irak-Krieg, allerdings hier mit fiktionaler Architektur, die somit in den Zusammenhang einer tatsächlichen Welt gerückt wird. Der ehemals komplett entrückte Ort wird somit in einen Anachronismus gezwängt der im stationären auch noch scheinbare Bewegung und Handlung simuliert.

Mysteries of Roden Crater

Mysteries of Roden Crater
Da es unzulässig ist, zur Beschreibung dieser Welt nur einen ausgewählten Bereich darzustellen, muss auch das störende integriert werden. Die mysteriösen Streifen sind sozusagen Teil der uns umgebenden Welt und Bewegungssymbol, aber der Titel stellt einen Bezug zur Lichtinstallation von James Turell her, was eine neuerliche Frage der Verortung aufwirft.

Nightshot of White Cube Gallery, Hackney

Nightshot of White Cube Gallery, Hackney, Novosibirsk
Mehrfache Irritation – Blick durch eine Null-Lux-Kamera, die eindeutig aus der jetzt-Zeit stammt, verknüpft mit einer Ansicht einer englischen Galerie, die so nicht zu finden ist. Der Wikipedia-Eintrag verweist auf 2 verschiedene White-Cube-galleries, und da Wikipedia als Teil der umgebenden Welt eine Realität prägt, muss auch dieser Hinweis als Einfluss auf kommende Generationen gleichgesetzt werden. (Sibirien-Projekt von Lukas Pusch)

DerBerghainNacht

Der Berghain nachts
In den meisten Teilen der Welt ist eine isolierte Betrachtung von Architektur gar nicht möglich, es existieren immer Aspekte der Zivilisation. Hier dargestellt durch Kondensstreifen als Bewegungsspuren von Lebewesen, die damit Ort und Zeit der Utopie mit der Realität verbinden. In der Wüste als störend am Himmel empfunden, sind sie im Meer der möglichen Geschlechtertürme eher beruhigend.

DoraMaarMitKatze

Dora Maar mit Katze
Neueres Bild von 2012, welches die Situation des Bildes „Les demoiselles d’Avignon“ zwar unbewohnt, aber beleuchtet zeigt, demnach ähnlicher Aspekt der Integration von Strom und Bewohnbarkeit. Beide Titel sind von Picasso ausgeliehen, welcher Dinge abstrahiert hat und sie von dieser Welt weggerückt. Hier hingegen werden im umgekehrte Sinne die von der Welt weggerückten Dinge so real wie möglich herangerückt. Dora Maar ist hier nicht zu sehen, da nur noch die Information in der heutigen Zeit übrig ist, nicht die Person. Tatsächlich weiss kaum ein Mensch über sie etwas, so wie die meisten Strassennamen auf Personen verweisen, welche weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Dieses Vergessen verlegt die dargestellte Situation dann in die Zukunft wenngleich die anachronistische Architektur verbleibt.